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Turniere: BMW International Open 2011 |
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26.06.2011 / Historisches Stechen
Dramatischer Triumph von Pablo
Larrazábal
Der Spanier schlägt Landsmann Sergio García am fünften
Extra-Loch - im längsten Play-Off der Turniergeschichte.
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Pablo Larrazábal hat die BMW International Open 2011 gewonnen. In einer der
spannendsten Schlussrunden der Turniergeschichte und einem der denkwürdigsten
Finals überhaupt auf der European Tour verwies der 28-jährige Spanier seinen
Landsmann Sergio García im Stechen auf den zweiten Platz. Entscheidend war ein
Birdie am fünften Extra-Loch. Die deutschen Starter Marcel Siem (Ratingen) und
Martin Kaymer beendeten das Turnier auf dem geteilten 14. beziehungsweise
geteilten 18. Rang.
„Einen
meiner Helden geschlagen zu haben, und das auch noch im Stechen, ist ein Traum“,
sagte Larrazábal, der seinen zweiten Sieg auf der European Tour nach dem Erfolg
bei der Open de France 2008 feierte. Der Vorjahresdritte aus Barcelona widmete
den Triumph seinem vorige Woche verstorbenen Großvater. „Wir haben den Kapitän
unserer Familie verloren, dieser Sieg ist nur für ihn.“
Um zu gewinnen, musste Larrazábal die fünf nötigen Extra-Löcher in drei unter
Par spielen, so hoch war das Niveau des rein spanischen Duells um die Siegprämie
von 333 330 Euro. Es war das längste Stechen der Turniergeschichte. Wie
gleichwertig beide Spieler waren, zeigte auch die Tatsache, dass sie ihre
reguläre Runde mit jeweils 68 Schlägen beendeten. Larrazábal gewann das Turnier
letztlich mit 272 Schlägen (68+67+69+68, 16 unter Par).
BMW International Open 2012 in Pulheim bei Köln
17 400
Zuschauer verfolgten das dramatische Finale live vor Ort. Insgesamt sorgten 62
700 Fans in der Turnierwoche für eine Einstellung des Zuschauerrekords aus dem
Jahr 2006. Nächstes Jahr findet die BMW International Open erstmals in Pulheim
bei Köln statt, bevor das Turnier 2013 zum 25. Jubiläum wieder nach Eichenried
zurückkehrt.
„Wir haben spektakuläre Schläge und großen Golfsport gesehen“, bilanzierte
Turnierpräsident Karsten Engel, Leiter Vertrieb der BMW Group Deutschland. „Das
Finale war unglaublich spannend mit dem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden
spanischen Matadoren. Wir gratulieren Pablo Larrazábal von ganzem Herzen.
Nachdem wir dieses Jahr noch mehr Golfbegeisterte nach Eichenried locken
konnten, freuen wir uns auf die nächsten BMW International Open 2012 am neuen
Standort in Pulheim bei Köln.“
Ein positives Fazit zog auch Deutschlands Superstar Martin Kaymer, der das
Turnier mit einer 69 beendete und insgesamt 279 Schläge benötigte. „Ich bin sehr
zufrieden mit meinem Spiel, es sind nur leider zu wenige Putts gefallen“, sagte
der Weltranglisten-Dritte. „Ich bin auf einem guten Weg und nehme sehr viel
Positives aus dieser BMW International Open mit.“
Eine wahre Kaymer-Mania
Der Majorsieger und BMW
Golfsportbotschafter löste am Sonntag in Eichenried eine wahre Kaymer-Mania aus.
Vor allem Kinder und Jugendliche empfingen den 26-Jährigen wie einen Popstar.
Kaymer genoss das Bad in der Menge und erklärte: „Das macht alles einen
Riesenspaß. Ich freue mich darauf, eines Tages mit diesen Jungs zu spielen.“
Marcel Siem mit sechs Birdies
Noch einen Schlag besser
als Kaymer war nach den vier Runden sein rheinischer Kollege Marcel Siem, der am
Finaltag 70 Schläge benötigte. Siem gelangen zwar sechs Birdies, doch er verlor
an den Par-5-Löchern insgesamt drei Schläge und verspielte damit ein noch
besseres Resultat. „Es ist mein Heimatplatz und ich habe an der Spitze
geschnuppert“, sagte Siem: „Ich verlasse Eichenried in guter Laune.“
Die BMW International Open 2011 werden auch als Turnier der Comebacks in
Erinnerung bleiben. So kam der in der Weltrangliste aus den ersten 100 gefallene
Schwede Henrik Stenson, ehemals Vierter im Ranking und BMW International Open
Sieger 2006, nach seiner Halbzeitführung am Ende auf den neunten Platz. Und auch
García ließ in Eichenried die schwierigste Phase seiner Karriere hinter sich.
Der ehemalige Weltranglisten-Zweite kam einem Erfolg so nahe wie nie seit seinem
letzten Turniererfolg Ende 2008.
Auch Larrazábal hatte seit seinem Erfolg 2008 in Frankreich so manche Täler
durchwandert. Seinem Sieg nun bei der BMW International Open gingen am Sonntag
viele überraschende Wendungen voraus. Während er durch sechs Birdies auf den
ersten elf Löchern den vor der Schlussrunde führenden Engländer Mark Foster
überholte, drehte auch García gewaltig auf. Die Bahnen fünf bis acht absolvierte
er allesamt mit Birdies, an Loch neun und elf gelang ihm sogar jeweils ein
Eagle. García ballte die Faust und verneigte sich vor dem Publikum – er schien
unaufhaltsam auf den Triumph zuzusteuern.
Doch plötzlich wurde der seit 2008 auf der European Tour sieglose Spanier
nervös. Auf den Eagle an Bahn elf folgten drei Bogeys in Folge und ein weiterer
Schlagverlust an Bahn 16. Nur weil Larrazábal seinerseits an den Löchern 13 und
16 zwei Bogeys kassierte, schaffte es García durch einen Birdie an der letzten
Bahn noch ins Stechen.
Schauplatz des Showdowns war erneut die 18. Bahn, das ikonische
Par-5-Schlussloch der BMW International Open. Die Spanier platzierten ihre
Abschläge ideal und unterhielten sich angeregt, während sie das Fairway hinunter
gingen. Auch ihre zweiten Schläge waren von fast identischer Perfektion – beide
landeten in der Mitte des Grüns. Und auch dort blieb es harmonisch. Erst
Larrazábal, dann García schoben ihren Putt um Millimeter vorbei.
Ein zweites Mal ging es also auf die 18. Bahn, und dieses Mal war García nach
den ersten beiden Schlägen deutlich im Nachteil. Doch aus dem Rough vor dem Grün
gelang ihm ein wundervoller Chip an die Fahne und damit noch der Birdie.
Larrazábal benötigte zwei Putts, die Entscheidung war erneut vertagt.
Für das dritte Extra-Loch sieht das Reglement der BMW International Open die
Bahn zwölf vor, ein Par-3-Loch. Nach den Abschlägen lag der Vorteil erneut bei
Larrazábal, denn García musste vom Vorgrün putten. Sein Versuch lief direkt auf
das Loch, blieb jedoch fast unerklärlich an der Lochkante hängen. García sackte
in die Knie, hatte aber Glück im Unglück, weil Larrazábal seine Chance nicht
nutzen konnte.
Als nächstes war Bahn 17 an der Reihe, ebenfalls ein Par-3-Loch. Wieder
gelangen hervorragende Abschläge, wieder vergaben beide ihre Putts. Diesmal war
es Larrazábal, der besonders knapp scheiterte. Sekundenlang verharrte der
Spanier regungslos auf dem Grün, als konnte er es nicht fassen.
Doch bald wurde er erlöst. Weil die kürzeren Bahnen auch keine Entscheidung
gebracht hatten, ging es zurück an das 18. Loch. García besaß dabei nach den
beiden langen Schlägen eigentlich die bessere Ausgangsposition. Doch sein
Eagle-Putt war so aggressiv gespielt, dass er ein gutes Stück hinter das Loch
rollte. Von dort schob García erneut vorbei, so dass Larrazábals zwei Putts zum
Sieg reichten. Fast zwei Stunden nach dem Ende seiner regulären Runde hatte er
es endlich geschafft und eine BMW International Open gewonnen, die wohl immer
unvergessen bleiben wird.
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25.06.2011 / Schwergewichte bringen sich in Stellung
García,
Goosen und Manassero jagen Foster
Kaymer und Siem behaupten sich im
Vorderfeld. Stenson im Pech.
Die BMW International Open 2011 stehen vor einer spannenden Finalrunde. Nach
dem dritten Tag bei Deutschlands einzigem Spitzenturnier liegen die ersten 15
Spieler nur fünf Schläge auseinander. Unter den Titelanwärtern befinden sich so
prominente Namen wie der ehemalige Weltranglisten-Zweite Sergio García
(Spanien), der zweimalige US-Open-Champion Retief Goosen (Südafrika) oder der
18-jährige Shooting Star Matteo Manassero (Italien). Auch die zwei verbliebenen
Deutschen, Martin Kaymer (Mettmann) und Marcel Siem (Ratingen), behaupteten sich
mit Rang 23 bzw. Rang 16 im Vorderfeld.
Führung für Mark Foster
In Führung liegt vor der Finalrunde am Sonntag der Engländer Mark Foster mit
202 Schlägen (68+68+66). Der 35-Jährige hat in seiner Karriere bislang ein
European-Tour-Turnier gewonnen und weiß um die bevorstehende Herausforderung.
„Hinter mir im Klassement sind viele absolute Topspieler, da wird morgen
bestimmt einer ein niedriges Resultat spielen“, sagte Foster und
schlussfolgerte: „Mit einer Par-Runde werde ich nicht gewinnen.“
Auf
Foster folgt mit zwei Schlägen Rückstand ein Quintett aus García, Goosen, George
Coetzee (Südafrika), Robert Coles (England) sowie Pablo Larrazábal (Spanien).
Dabei überzeugte insbesondere García, dem mit 64 Schlägen das beste Ergebnis des
Tages gelang. „Das war eine enorm wichtige Runde für mich“, sagte der 31-jährige
Spanier, hinter dem die schwierigste Phase seiner zwölfjährigen Profikarriere
liegt: „Beim Training gestern hat es ein bisschen Klick gemacht, und heute bin
ich raus gegangen und habe mich gut gefühlt.“ Insgesamt spielte García neun
Birdies und nur einen Bogey an Bahn 17.
Gute Aussichten im Kampf um die Siegprämie von 333 330 Euro bei dem insgesamt
mit zwei Millionen Euro dotierten European-Tour-Event hat auch der junge
Manassero, der mit vier Schlägen Rückstand auf Platz neun liegt. „Ich brauche
morgen noch mal mindestens so eine Runde wie heute, um zu gewinnen“, sagte er
nach seinem Umlauf mit 66 Schlägen.
10 800 Zuschauer auf der Anlage in München verfolgten natürlich vor allem die
beiden deutschen Spieler. Kaymer gelang trotz der Unterstützung jedoch nur eine
Par-Runde, nach der er mit insgesamt 210 Schlägen auf den geteilten 23. Platz
zurückfiel. Als Knackpunkt erwies sich dabei ein Triple-Bogey an Bahn vier, als
er den Ball ins Wasser chippte. „Da habe ich einfach zu aggressiv gespielt“,
erklärte Kaymer, der sich nicht daran erinnern konnte, wann ihm zuletzt ein
solches Missgeschick unterlaufen war.
Immerhin bewahrte er die Ruhe und glich sein Resultat durch vier Birdies auf
den letzten sechs Löchern noch aus. „Ich habe ich mich gut zurück gekämpft“,
sagte der Weltranglisten-Dritte. „Ich kann jetzt nur hoffen, dass ich 2008
wiederholen kann – mit einer 63 morgen“. Vor drei Jahren hatte er als erster
Deutscher die BMW International Open gewonnen.
Zwei Schläge vor Kaymer liegt Siem auf dem geteilten 16. Platz. Allerdings
verpasste er während seiner 71er-Runde eine bessere Platzierung durch viele
vergebene Putts. „Ich habe richtig gutes aggressives Golf gespielt, nur meine
Chancen auf den Grüns nicht genutzt“, sagte Siem. „Es lief heute einfach nicht
so in meine Richtung.“
Pech hatte auch der Führende nach den ersten beiden Runden, Henrik Stenson.
Dem Schweden unterlief an Bahn zehn ein Quadrupel-Bogey, als seine Kugel gleich
zweimal das Wasser fand. Allerdings kämpfte er sich mit drei Birdies in Serie
auf den letzten drei Löchern noch bravourös zurück und wahrte bei fünf Schlägen
Rückstand zumindest eine Außenseiterchance. „Ich werde morgen rausgehen und
angreifen“, sagte Stenson und hoffte auf Wiedergutmachung: „Vielleicht fallen ja
ein paar Extra-Putts.
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24.06.2011 / Kaymer und Siem attackieren
Deutsche verkürzen den
Rückstand
Stenson verteidigt Führung, liegt nun aber gleichauf mit
dem Südafrikaner Coetzee.
Martin Kaymer und Marcel Siem spielen am Wochenende um den Sieg bei der BMW
International Open 2011. Die beiden Deutschen schoben sich vor 16 700
begeisterten Zuschauern in München-Eichenried am zweiten Turniertag näher an die
Spitze. Siem liegt mit 137 Schlägen auf dem geteilten neunten Rang nur drei
Schläge zurück, Kaymer (138) als geteilter 15. nur vier Schläge.
Schwede Henrik Stenson weiter in Führung
Die Führung
verteidigte der Schwede Henrik Stenson, der seiner 64er-Runde vom Vortag eine 70
hinzufügte. Bei zehn unter Par muss er sich die Spitze nun allerdings mit dem
Südafrikaner George Coetzee (67+67) teilen. Dem Duo folgt der Spanier Pablo
Larrazábal (68+67) vor einem Quintett mit zwei Schlägen Rückstand, zu dem unter
anderem der Österreicher Markus Brier, der Vorjahres-Dritte Bradley Dredge
(Wales) und der BMW PGA Champion von 2010, Simon Khan (England), zählen.
„Es wäre großartig, wieder einmal zu gewinnen“, sagte Stenson, der zuletzt
2009 bei der prestigereichen Players’ Championship der US PGA Tour einen
Turniersieg feiern konnte. Nach einem soliden Beginn erlebte er auf seinen
letzten vier Löchern mit einem Eagle und einem Birdie gefolgt von zwei Bogeys
eine wahre Achterbahnfahrt. „Das war natürlich kein schönes Ende, aber ich
denke, ich spiele gut genug, um dieses Turnier zu gewinnen“, sagte der BMW
International Open Champion von 2006.
Fußball-Nationalspieler
Bastian Schweinsteiger begleitet Kaymer
Kaymer (Mettmann) zog erneut
die meisten Fans an und wurde auf seiner Runde unter anderem von
Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger begleitet. Der
Weltranglisten-Dritte begann mit sieben Pars, ehe er zwischen Loch 8 und 11 vier
Birdies in Folge schaffte. Am Ende verbesserte er mit 68 Schlägen sein Resultat
vom Vortag (70).
„Ich habe wieder Selbstvertrauen, wenn ich über dem Ball stehe“, erklärte
Kaymer, der in den letzten Wochen an einer Schwungumstellung gearbeitet hat. Für
das Wochenende baut der BMW International Open Sieger 2008 auf seine spezielle
Liaison mit den Fans: „Ich hoffe, dass jetzt am Samstag und Sonntag noch mehr
Zuschauer kommen“, sagte er. „Dann können wir vielleicht alle zusammen das
Turnier gewinnen.“
Erfolg
für Siem
Siem (Ratingen) addierte ebenfalls eine 68er-Runde zu
seiner 69 vom Donnerstag. Das Highlight seiner Runde war ein Eagle an Loch elf,
als er mit einem Chip-In von außerhalb des Grüns einlochte. „Ich hoffe, dass ich
mal vier gute Runden hinbekomme“, sagte Siem, der zuletzt bei der US Open sehr
wechselhafte Resultate ins Klubhaus brachte. „Ein Top-Ten-Ergebnis ist auf jeden
Fall das Ziel.“
In dem dicht gedrängten Feld liegen die besten 20 Spieler nur vier Schläge
auseinander. Exzellente Aussichten hat beispielsweise auch noch der zweifache
US-Open-Champion Retief Goosen (137). Den Cut überstanden auch Kaymers
Flightpartner, Titelverteidiger David Horsey (England, 139) und Dustin Johnson
(USA, 141), Kaymers besonderer Rivale von der US PGA Championship und aus dem
Ryder Cup.
Hole-in-One von Alexander Knappe
Zu den Höhepunkten des
Tages zählte ein Hole-in-One des 22-jährigen Alexander Knappe. Der junge
Deutsche, normalerweise auf der EPD Tour aktiv, lochte an Bahn zwei aus 203
Metern mit einem Eisen vier direkt ein. „Es war ein perfekter Schlag“, sagte
Knappe, dem das Kunststück allerdings am „falschen“ Loch gelang. Denn ein
Hole-in-One an Bahn 17 wird bei dieser BMW International Open mit einem neuen
BMW 650i Cabrio belohnt.
Langer verpasst den Cut
Einen rundum erfolglosen
Arbeitstag erlebte Altmeister Bernhard Langer (Anhausen). Der 53-Jährige
verpasste mit 155 Schlägen (76+79) deutlich den Cut. Der Ärger darüber hielt
sich bei dem zweifachen Masters-Sieger aber in Grenzen – zu sehr hatte ihn seine
Daumenverletzung behindert. „Ich kann einfach nicht so schwingen, wie ich mir
das vorstelle“, sagte er. „Aber das ist mein Heimturnier, da wollte ich nicht
aufgeben“. Langer zeigte sich bei seinem 22. Auftritt bei der BMW International
Open beeindruckt von der Atmosphäre auf dem Platz. „Es ist wirklich toll, dass
so viele Leute hier sind.“
Zu den weiteren Spielern, die zur Halbzeit aus dem Turnier ausschieden,
zählten unter anderem die ehemaligen Turniersieger Thomas Björn (Dänemark, 2000,
2002), Niclas Fasth (2007) und Nick Dougherty (2009) sowie der
Weltranglisten-Zwölfte Paul Casey (England). Von den 15 deutschen Startern
überstand außer Siem und Kaymer kein weiterer Spieler den Halbzeitcut (142
Schläge). Alex Cejka scheiterte um zwei Schläge (71+73).
Nach Beendigung der Runde machten sich die Spieler auf den Weg zur ersten
Bavarian Players’ Night im Münchner Seehaus. Der Mitführende George Coetzee
freute sich stellvertretend für seine Kollegen: „Die BMW International Open ist
so ein schönes Turnier und so gut organisiert. Alles ist einfach ein bisschen
cooler als im unserem Touralltag.“
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23.06.2011 / Stensons großes Comeback.
Champion von 2006
übernimmt die Führung
BMW International Open hat am ersten
Turniertag ein großes Comeback erlebt.
Bei
zunächst trockenem, am Nachmittag sehr regnerischem Wetter übernahm der
ehemalige Weltranglisten-Vierte Henrik Stenson mit 64 Schlägen (acht unter Par)
die Führung nach der ersten Runde vor dem Engländer Gary Boyd (65). Stenson, BMW
International Open Sieger von 2006, durchlebte zuvor eine monatelange
Formschwäche.
„Erst ein Viertel des Turniers ist vorbei, aber natürlich ist es schön, gut
zu spielen“, sagte Stenson, der sich selbst kaum erinnern konnte, wann er
zuletzt ein so niedriges Ergebnis gespielt hatte. Sein letztes Top-Ten Ergebnis
datiert vom Juli 2010, als er bei der British Open den dritten Platz belegte, in
der Weltrangliste ist es bis auf Platz 124 zurück gefallen. Seine Leistung in
Eichenried war umso bemerkenswerter, als er sie unter den schwereren Bedingungen
am Nachmittag zustande brachte.
Stenson machte die Rückkehr zur BMW International Open mitverantwortlich für
seinen grandiosen Auftakt. „Es ist immer schön, an einen Ort zurück zu kommen,
an dem man schon einmal gewonnen hat“, erklärte der 35-Jährige aus Göteborg, der
bereits am Dienstag beim BMW Pro-Am Cooking bei der Zubereitung eines gebeizten
Lachses überzeugt hatte. „BMW behandelt uns hier wie Könige, es ist eine schöne
Woche“, sagte er. Stenson hat nun alle Chancen, als dritter Spieler nach Paul
Azinger (USA, 1990 und 1992) sowie Thomas Björn (Dänemark, 2000 und 2002) die
BMW International Open zum zweiten Mal zu gewinnen.
Deutschlands Spitzengolfer erwischten bei dem mit zwei Millionen Dollar
dotierten Turnier der European Tour mehrheitlich einen ordentlichen Auftakt.
Sowohl der Weltranglisten-Dritte Martin Kaymer (Mettmann, 70 Schläge) als auch
Marcel Siem (Ratingen, 69) und Alex Cejka (München, 71) brachten Ergebnisse
unter Platzstandard (72) ins Klubhaus und haben damit noch Aussichten auf den
Sieg. Überraschend stark agierten die normalerweise nicht auf der European Tour
spielberechtigten Stephan Gross jr. (Heidelberg, 69) und Dennis Küpper
(Düsseldorf, 70). Chancenlos war dagegen der von einer Daumenverletzung
gehandicapte Bernhard Langer (Anhausen), der 76 Schläge benötigte.
Trotz der unsicheren Wetterlage besuchten 15 300 Zuschauer den ersten
Turniertag bei der BMW International Open 2011. Allein 3000 Fans folgten dem
Flight mit Kaymer sowie US-Star Dustin Johnson und Titelverteidiger David Horsey
(England), die ebenfalls jeweils 70 Schläge benötigten.
„Heute Morgen um acht Uhr die ganze linke Seite der 10. Bahn voller Menschen
zu sehen, war eine extra Motivation“, sagte Kaymer. Beim deutschen Majorsieger
sorgte dies für Erinnerungen an 2008, als ihn ein begeistertes Publikum zum
ersten und bis heute einzigen Heimsieg eines deutschen Profis bei der BMW
International Open verhalf. „Damals habe ich hier nur mit der großen
Unterstützung der Zuschauer gewonnen“, erinnerte er sich.
Von titelfähigem Golf war Kaymer zu Beginn jedoch weit entfernt. Der
Publikumsliebling eröffnete seine Runde mit zwei Bogeys und lag bis fünf Bahnen
vor Schluss immer noch bei zwei über Par, ehe er mit vier Birdies auf den
letzten fünf Löchern noch seine Extraklasse unter Beweis stellte. „Ich habe dann
ein bisschen freier gespielt“, erklärte Kaymer, der momentan an einer
Schwungumstellung arbeitet und zugab, sich mitunter zu viele Gedanken darüber zu
machen. Für seine zweite Runde, die er am Freitag um 13.10 Uhr beginnt, kündigte
er Angriffsgolf an. „Hier auf diesem Platz kann alles passieren.“
Das weiß auch der Zweitplatzierte Boyd, der nach einem furiosen Start sogar
vom ganz großen Coup träumte. Weil er bei seinem ersten Auftritt bei einer BMW
International Open nach vier Löchern bereits drei unter Par lag, habe er an eine
59er-Runde gedacht, erzählte Boyd. „Aber das hat dann doch nicht sollen sein.“
Für die nächsten Tage fühlt sich der 24-Jährige, der vor zwei Wochen bei der BMW
Italian Open den geteilten zweiten Platz belegte, dennoch gut gerüstet. „Zu
dieser Jahreszeit spiele ich immer am besten“, sagte er.
Für
Spannung an der Spitze ist also gesorgt, und auch was die gesellschaftliche
Seite des Turniers betrifft, versprach der Führende Stenson bereits das nächste
Highlight. „Warten Sie nur, bis wir am Freitag unser bayerisches Outfit
anziehen“, sagte er in Anspielung auf die Bavarian Players Night, die erstmals
im Münchner Traditions-Biergarten Seehaus stattfindet.
Darauf freut sich auch Ryder-Cup-Kapitän Colin Montgomerie
(Schottland), der am ersten Turniertag seinen 48. Geburtstag feierte
und vom Turnierveranstalter BMW eine Lederhose überreicht bekam. „Ich bin
gespannt auf Monty in diesen Klamotten“, sagte Stenson und fügte hinzu: „Es wird
hier also alles immer noch besser.“
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22.06.2011 / BMW Pro-Am Challenge
Zum Triumph mit David
Howell
Münchner Trio gewinnt mit dem Turniersieger von 2005 die
traditionelle Pro-Am Experience. Bobpilotin Sandra Kiriasis landet weitesten
Drive.
Vom Tellerwäscher zum Millionär schafft man es bei der BMW
International Open vielleicht nicht. Aber doch von einem Hobbygolfer zu einem
Sieger bei Deutschlands einzigem Spitzenturnier. Für Florian Stricker, Michael
Stache und Ingo Metschang ging auf der Anlage in München-Eichenried am Vortag
des Turnierstarts ein Golftraum in Erfüllung. Gemeinsam mit David Howell, BMW
International Open Champion von 2005, gewannen sie die traditionelle Pro-Am
Experience.
Stricker, Stache und Metschang kam dabei womöglich auch ein kleiner
Heimvorteil zugute. Denn sie hatten auf dem Meisterschaftskurs von Eichenried
schon ein Turnier gewonnen – die BMW Pro-Am Challenge am vorigen Wochenende.
Dabei gab BMW wie bei zwei weiteren Turnieren in Hamburg und Frankfurt
begeisterten Amateurgolfern die Gelegenheit, sich einen der begehrten
Startplätze im Pro-Am zu erspielen.
„Was für ein großartiges Erlebnis“, sagte Stricker. „Nächstes Jahr werden wir
uns ganz sicher wieder bei der Pro-Am Challenge bewerben.“ Ebenso wie ihr
Triumph imponierte den Amateuren das Spiel mit einem Weltklasseprofi wie Howell.
„Es hat sehr viel Spaß gemacht mit David und es war spannend ihm zuzuschauen“,
sagte Stricker. „David hat uns sehr viel geholfen, gerade bei den Putts“,
ergänzte Stache.
Das Quartett um Howell siegte mit 28 Punkten klar und bestätigte das gute
Gefühl, das der der zweimalige Ryder-Cup-Spieler von Beginn an gehabt hatte.
„Gleich an unserem ersten Abschlag habe ich mir gedacht, dass das ein starkes
Team ist. Wir haben wirklich alles gegeben und das Beste aus unseren Chancen
gemacht. Es war ein toller Tag, strahlender Sonnenschein und eine nette Truppe –
es hat viel Spaß gemacht.“
Das wusste auch Sandra Kiriasis zu berichten. Die Bobpilotin kam, sah und
siegte. Beim ersten Turnierstart ihrer Hobbygolfkarriere landete die
Olympiasiegerin von 2006, gleich den längsten Drive unter den Frauen. An Loch
drei schlug Kiriasis, Handicap -54, den Ball mit ihrem Driver sage und schreibe
210 Meter weit.
„Ein geiler Schlag“, freute sie sich. Und einer zur rechten Zeit, denn an
Loch drei wurden die Weiten für den Longest-Drive-Wettbewerb gemessen. „Ich
wusste erst gar nicht, dass das die entscheidende Stelle ist“, sagte Kiriasis,
die unter anderem mit TV-Moderatorin Ulla Kock am Brink und European-Tour-Profi
Joost Luiten (Niederlande) unterwegs war. Für ihren satten Schlag wurde sie am
Abend beim Pro-Am Dinner im Fairway Club mit einer Reise nach Abu Dhabi
belohnt.
Zu
den weiteren prominenten Flights zählten die Teams mit Entertainer Mike Krüger
und dem mehrfachen Sieger auf der European Tour, Richard Green (Australien),
sowie der Vierer mit dem ehemaligen Skisprung-Olympiasieger Dieter Thoma und
Henrik Stenson (Schweden), 2006 Champion der BMW International Open.
Auch BMW Motorrad Motorsport Werkfahrer Leon Haslam ließ sich die Pro-Am
Experience nicht entgehen. Mit dem Weltranglisten-Zwölften Paul Casey, unter
anderem 2009 Gewinner der BMW PGA Championship, bildete er ein Duo englischer
Champions.
Haslam, Handicap 12, war danach rundum glücklich: „Es war großartig, mit Paul
zu spielen“, sagte der Superbike-Fahrer. „Ich habe einfach den Tag genossen und
bei einem Profi zugesehen, wie man es richtig macht.“ Auch Casey zeigte sich
sehr angetan vom Austausch mit seinem Landsmann. „Ich denke, dass Leon bei dem,
was er tut, sehr wagemutig ist.“
Noch vor zwei Wochen hatte sich Haslam beim Rennwochenende in Misano
(Italien) am Handgelenk verletzt. „Wie kann man da überhaupt einen Schläger
schwingen?“ fragte Casey und sprach aus, was bei dieser Pro-Am Experience viele
dachten: „Ich bin beeindruckt.“
Quelle und Fotos: bmwgroup-sport
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