Main Menu
News News
Turniere Turniere
Club intern Club intern
Training Training
Schulen Schulen
Reisen Reisen
Fit for Golf Fit for Golf
GolfAusrüstung GolfAusrüstung
Golf & Kunst Golf & Kunst
GolfGeschenke GolfGeschenke
GolfLiteratur GolfLiteratur
Lifestyle Lifestyle
Lesen&Hören Lesen&Hören

Turniere: Interview BMW International Open 2011

Gefeiert wie ein Popstar

Interview mit Martin Kaymer, 279 Schläge (70+68+72+69).

Martin KaymerFrage: Herr Kaymer, Sie wurden eben nach Ihrer Runde gefeiert wie ein Popstar. Wie haben Sie es überhaupt hierher in den Medienbereich geschafft?

Martin Kaymer: Es war ein bisschen schwierig. Ich gehe gleich noch mal raus (lacht). Mal schauen, wie es dann wird.

 

Frage: Sie haben eine 69 zum Abschluss gespielt. Wie lautet Ihr Resümee der heutigen Runde und der ganzen Woche?

Kaymer: Ich bin sehr zufrieden, gerade mit dem Schwung. Spielerisch war das gut, mein einziges Problem war auf den Grüns. Es sind zu wenige Putts gefallen, vor allem an den letzten beiden Tagen. Mal sehen, wer jetzt das Turnier gewinnt. Ich habe mein Bestes gegeben und freue mich auf die nächsten Wochen.

 

Frage: Wäre der Sieg heute noch möglich gewesen?

Kaymer: Ja. Ich habe den Ball gut getroffen, die Fairways gut getroffen und meine Drives waren auch relativ lang. Meine Wedges waren heute vielleicht nicht ganz so präzise, aber vor allem hat es eben auf den Grüns nicht geklappt.

 

Frage: Sie haben diese Woche öfters davon gesprochen, wie gern Sie auf das 18.Grün in Eichenried zugehen – die vollen Tribünen, die Erinnerungen an Ihren Sieg 2008. War es heute wieder so schön?

Kaymer: Es ist einfach eines der schönsten Schlusslöcher, die wir auf der European Tour haben. Als Deutscher macht das natürlich besonders viel Spaß und dort mit einem Birdie aufzuhören, macht noch mehr Spaß – zum Glück ist mir das dieses Jahr in allen vier Runden gelungen. Mal sehen, wie es nächstes Jahr in Köln wird. Wenn dann genauso viele Zuschauer kommen, können wir sehr zufrieden sein.

 

Frage: Hat sich die intensive Arbeit diese Woche mit Trainer Günter Kesser gelohnt? Sind Sie weiter gekommen bei ihrer Schwungverbesserung?

Kaymer: Wir haben vor allem über die Basics gesprochen. Ich bin froh, dass es die Tage hier so gut funktioniert hat. Ich bin auf einem guten Weg und nehme sehr viel Positives aus dieser BMW International Open mit. Ich denke, das Schwungthema kann man jetzt abhaken. Ich muss einfach nur weiter arbeiten, dann kann ich wieder Turniere gewinnen.

 

Frage: Ihrem Flightpartner Scott Jamieson ist mit einer 64 genau die Runde gelungen, die Sie sich wohl auch gewünscht hätten.

Kaymer: Vom Spielerischen waren wir ungefähr gleichauf, er hat einfach mehr Putts gemacht. Aber ich spiele ja nicht nur gegen ihn. Und ich freue mich für ihn, es ist sein erstes Jahr auf der European Tour, und er hat heute einen Riesenschritt gemacht, Rookie of the Year auf der European Tour zu werden.

 

Frage: Ist so eine Woche, in der Sie zuhause spielen und im Mittelpunkt stehen, unangenehmer für Sie als eine normale Tourwoche?

Kaymer: Überhaupt nicht. Es macht viel mehr Spaß. Vor den deutschen Zuschauer zu spielen, ist großartig, und so viele Jugendliche und Kinder auf dem Platz zu sehen, hat mich besonders gefreut. Am Ende sind mir die Bälle ausgegangen, weil ich so viele verschenkt habe. Das macht riesig Spaß. Ich habe hier auch mit Marcel Siem darüber gesprochen, und wir waren uns einig: Wir müssen mehr Turniere in Deutschland bekommen.

 

Frage: Heute waren 17 400 Zuschauer hier, mit insgesamt 62 700 Fans wurde der Turnierrekord von 2006 nur knapp verpasst.

Kaymer: Das ist schön. Ich denke, für die Fans wäre mehr Golf in Deutschland riesig und für die Profis auch toll. Wir hatten früher mal drei bis vier European-Tour-Turniere in Deutschland, und momentan gibt es nur die BMW International Open. Ich würde mich riesig freuen, wenn wir noch zwei bis drei Turniere dazu bekommen würden.

 

Frage: Was machen denn Ihre eigenen Ambitionen als Veranstalter aufzutreten?

Kaymer: Die Pläne dazu haben wir auf jeden Fall, die sind fertig. Wir wollen aber erstmal klein anfangen, auf der Challenge Tour, und dort Erfahrungen sammeln. Das wird entweder nächstes Jahr oder übernächstes Jahr auf jeden Fall passieren. Die European Tour ist noch mal eine andere Ebene, da müssen wir mal abwarten.

 

Frage: Sergio García spielt um den Sieg. Was würde ein Sieg von ihm bedeuten?

Kaymer: Er ist die letzten zwei Jahre ein bisschen abgerutscht. Deshalb freut es mich riesig, dass er wieder gut spielt. Ich komme sehr gut mit ihm zurecht. Er ist natürlich sehr begabt, deshalb hatte er immer extrem hohen Erwartungsdruck. Es würde mich freuen, wenn er hier gewinnen sollte.

 

Frage: Wie fühlen Sie sich als Botschafter des deutschen Golfs?

Kaymer: Super. Ich finde das sehr gut. Dass auf das Turnier hier so viele Jugendliche und Kinder kommen, das macht eine Riesenfreude. Ich freue mich darauf, irgendwann mit diesen Jungs zu spielen. Zu Beginn der Woche hat mich hier ein Neunjähriger angesprochen, Steve aus Bergisch Gladbach. Er sagte: ‚In zehn, 15 Jahren schlage ich Dich!’ Wir haben dann ein paar Bälle miteinander geschlagen. Und das sah wirklich sehr gut aus.


 

24.06.2011 / Interview mit Martin Kaymer
Mein Selbstvertrauen ist wieder da

Interview mit Martin Kaymer, 138 Schläge (70+68).

 

Frage: Herr Kaymer, Ihr Resümee?

Martin Kaymer: Es war auf jeden Fall wesentlich besser als gestern. Ich habe den Ball sehr gut getroffen und die Fairways gut getroffen. Zwischen Bahn acht und elf habe ich einen guten Lauf gehabt. Schade, dass der Bogey an der 16 passiert ist, das war mein einziger wirklich schlechter Schlag heute. Aber es war schön, mit einem Birdie an der 18 aufzuhören vor den vielen Fans auf den Tribünen. Die vielen Zuschauer, da werden Erinnerungen wach, und das war schon wieder so ein besonderes Erlebnis.

 

Frage: Macht das besonders viel Spaß?

Kaymer: Ja. Ich hoffe, dass jetzt am Wochenende noch mehr Münchner hier raus kommen. Ich spiele unglaublich gern vor vielen Zuschauern.

 

Frage: Das intensive Training der letzten Tage mit Coach Günter Kessler hat sich ausgezahlt?

Kaymer: Der Schwung hat sich sehr gut angefühlt. Ich habe schon viel weniger nachgedacht als gestern und in den letzten Wochen. Ich bin sehr zufrieden.

 

Frage: Wie stufen Sie Ihre Chancen jetzt ein?

Kaymer: Ich bin vier Schläge hinten, was auf diesem Golfplatz nicht viel ist, weil man viele Birdiechancen bekommt. Ich hoffe, dass ich bis zum Sonntag auf zwei bis drei Schläge Rückstand verkürzen kann, das wäre eine gute Ausgangsposition.

 

Frage: Bei Ihrem Sieg vor drei Jahren gingen Sie mit sechs Schlägen Vorsprung auf die Schlussrunde.

Kaymer: Und hatte ihn nach elf Löchern verloren. Dann habe ich viel gekämpft, viel Unterstützung bekommen von den Zuschauern. Sie haben mir geholfen zu gewinnen. Ich hoffe, dass jetzt am Samstag und Sonntag noch mehr Zuschauer kommen. Dann können wir vielleicht alle zusammen das Turnier gewinnen.

 

Frage: Bastian Schweinsteiger war heute bei Ihnen. Worüber haben Sie gesprochen?

Kaymer: Ich habe mich sehr darüber gewundert, dass er da war, und es hat mich sehr gefreut. Es ist schön zu sehen, dass sich so viele Fußballer für Golf interessieren. Das macht unseren Sport noch populärer.

 

Frage: Mit Ihrem neuen Driver ist es gut gelaufen?

Kaymer: Ja, sehr gut. Ich habe den Ball auch etwas weiter geschlagen als gestern. Ich hatte Selbstvertrauen, wenn ich über dem Ball stand, das hatte ich in den letzten Wochen nicht.

 

Frage: Wir haben gehört, dass in diesen Minuten Ihre Homepage ans Netz geht.

Kaymer: Ja, sie geht jetzt endlich online. Ich wurde schon seit Monaten, sogar Jahren darauf angesprochen, jetzt kommt die Seite. Die Fans freut das, und mich freut es auch. Ich werde jetzt jede Woche an neuem Inhalt arbeiten.

 

Frage: Die Entscheidung über Olympia 2018 steht übernächste Woche an. Verfolgen Sie das?

Kaymer: Ja, auf jeden Fall. Olympia ist das größte Sportereignis. Es würde mich sehr freuen, wenn München die Spiele bekäme. München ist eine Superstadt und es wäre schön, sie noch populärer machen zu können und sie noch mehr Ausländern zeigen zu können.

 

Frage: Und jetzt geht es erstmal auf die Bavarian Players’ Night im Seehaus?

Kaymer: Ich habe heute Mittag schon eine Lederhose bekommen. Ich werde jetzt erstmal noch ein bisschen trainieren. Mal schauen, wann ich dann da aufschlagen werde.

 




 

23.06.2011 / Interview mit Martin Kaymer
BMW International Open 2011
„Ich versuche, die Stimmung aufzusaugen und positiv zu nutzen“

Interview mit Martin Kaymer, 1. Runde, 70 Schläge (-2).

 

Frage: Herr Kaymer, schwach begonnen, stark aufgehört. Ihr Resümee der ersten Runde?

Martin Kaymer: Ja, ich habe echt schlecht angefangen mit zwei Bogeys auf meinen ersten beiden Löchern. An Bahn elf dachte ich, mit dem zweiten Schlag aufs Grün zu kommen. Es waren 220 Meter bis zum Anfang vom Grün, normalerweise ist das mit einem Holz 3 kein Problem. Insgesamt habe ich auf den ersten neun Löchern zu viele Gedanken im Kopf gehabt, viele Schwunggedanken, auch Gedanken über den Score, den ich spielen wollte. Der Platz spielt sich sehr einfach, das kann auch frustrierend sein, wenn man keine Birdies macht. Aber dann lief es besser. Ich habe fast mit fünf Birdies am Stück aufgehört.

 

Frage: Was war der Grund für den Umschwung?

Kaymer: Ich habe ein bisschen freier gespielt. Ich habe mir nicht mehr so viele Gedanken gemacht. Ich habe mir gesagt, ‚Du spielst jetzt seit 15 Jahren Golf, irgendwo muss der Schwung doch sein’. Es hat dann gut zusammengepasst und ich habe ein paar Putts gelocht. Ich bin sehr zufrieden mit zwei unter Par.

 

Frage: Ihr Trainer Günter Kessler ist hier, was ist der Stand bei Ihrem Schwung?

Kaymer: Wir arbeiten an denselben Sachen wie in den letzten Wochen, und es fühlt sich schon viel besser an. Wir gehen jetzt gleich noch auf die Range. Es wird besser. Ich muss einfach nur dran bleiben.

 

Frage: Sie haben mit Dustin Johnson zusammen gespielt, den Sie gut kennen. Wie war es, haben Sie sich viel unterhalten?

Kaymer: Es war sehr angenehm, wir haben über viele Sachen gesprochen. Auch über München, und dass er gern hier ist. Es hat viel Positives über das Turnier gesagt, was mich sehr gefreut hat, denn er hatte mich ja vorher nach meiner Meinung gefragt. Er ist glücklich hier und wird gut behandelt.

 

Frage: Haben Sie den Jetlag inzwischen abgeschüttelt?

Kaymer: Der Jetlag ist Gott sei Dank vorbei. Jetzt noch ein paar Bälle schlagen, dann noch ein bisschen ins Fitnessstudio, und dann ausschlafen.

 

Frage: Wie sehen Sie jetzt Ihre Chancen für das Turnier?

Kaymer: Auf diesem Golfplatz kann alles passieren. Ich habe noch 54 Löcher vor mir. Da wird es viele Chancen geben. Es ist allerdings sehr schwer Birdies zu spielen, weil die Grüns ziemlich tricky sind. Man muss geduldig bleiben. Und wenn der Putter heiß läuft, kann ich hier auch sechs, sieben unter Par spielen.

 

Frage: Sie stehen hier bei Ihrem Heimturnier natürlich unter sehr genauer Beobachtung. Spielen Sie deshalb vielleicht zurückhaltender und nicht so aggressiv wie manche Kollegen?

Kaymer: Ich kann nur aggressiv spielen, wenn sich der Schwung gut anfühlt. Das war das Problem. Es ist ein bisschen schade, dass ich bei diesem Turnier, das mir sehr wichtig ist, inmitten einer Schwungumstellung bin. Aber auf den zweiten Neun habe ich so gespielt wie sonst auch immer. Wenn ich jetzt noch gut trainiere, kann ich morgen hoffentlich so weiter spielen wie heute auf den zweiten Neun.

 

Frage: Wie nahe waren Sie auf Ihren zweiten neun Löchern an der idealen Vorstellung von Ihrem Schwung?

Kaymer: Ich bin nah dran, aber noch nicht da, wo ich hin möchte. Ich bin eben ein Perfektionist. Deshalb bin ich manchmal etwas ungeduldig, weil ich den Leuten natürlich etwas bieten möchte. Ich muss einfach nur weiterarbeiten. Ich bin nah dran, aber es dauert halt noch ein bisschen.

 

Frage: 3000 Zuschauer haben Ihren Flight verfolgt. Ist es schwer, das auszublenden?

Kaymer: Das brauche ich nicht ausblenden. Das finde ich super. Heute Morgen um acht Uhr die ganze linke Seite der 10. Bahn voll mit Menschen zu sehen – das ist eine extra Motivation. 2008 habe ich hier nur mit Hilfe der Zuschauer gewonnen. Ich habe immer noch das Bild vor mir, wie ich auf das 18. Grün geschlagen habe, und die Tribünen voller Fans mit deutschen Fahnen waren. So eine Stimmung versuche ich aufzusaugen und positiv zu nutzen.



21.06.2011 / Interview mit Martin Kaymer
BMW International Open 2011
„Hier noch einmal zu gewinnen, wäre ein Traum.“

Martin KaymerFrage: Voriges Jahr haben Sie von der US Open einen heftigen Jetlag mitgebracht. Wie sieht es nun aus?
Martin Kaymer: Dieses Jahr ist es ähnlich. Ich bin seit drei, halb vier Uhr wach gewesen, ich konnte nicht mehr schlafen und habe nur die Uhr angestarrt. Dann bin ich eben aufgestanden und kurz Joggen gegangen. Um sechs Uhr war ich hier auf der Driving Range, aber die war noch nicht geöffnet. Aber ich habe ein Stück Gras gefunden und dann ging’s los. Dieses ist ein sehr wichtiges Turnier für mich, gerade nach letzter Woche, als sich der Schwung nicht so gut angefühlt hat. Deshalb ist auch mein Trainer Günter Kessler hier. Wir haben heute Morgen fünf, fünfeinhalb Stunden Bälle geschlagen.

Frage: Sie sagten nach den US Open sinngemäß, dass Sie noch nie so schlechtes Golf gespielt hätten.

Kaymer: Ich habe wirklich nicht gut gespielt, aber ich habe den Score zusammengehalten, das war wichtig. Donnerstag und Freitag waren noch okay. Samstag – da hätte ich mir nicht gern im Fernsehen zugeschaut. Sonntag habe ich mehr Fairways getroffen, es war qualitativ etwas besser, aber nicht so, wie ich mir das vorstelle. Deshalb habe ich Günthr angerufen und deshalb bin ich so früh auf die Driving Range.

Frage: Mit Ihrem kurzen Spiel waren Sie aber zufrieden?

Kaymer: Es war sensationell. Chippen, Pitchen, Putten – sehr gut. Wenn das kurze Spiel nicht gewesen wäre, hätte ich mit meinen Runden leicht im 80er-Bereich landen können.

Frage: Und für den Rest hilft jetzt Ihr Trainer?

Kaymer: Ich habe gestern noch mit Günter telefoniert, um schon einmal zu fragen, woran ich arbeiten soll. Denn er konnte heute noch nicht so früh hier sein, er wollte mit dem Auto fahren. Als er dann da war, hat er noch einmal ein, zwei Sachen überprüft. Vielleicht werden wir morgen nach dem Pro-Am noch einmal an ein paar Sachen arbeiten.

Frage: Sie sagten eben, die BMW International Open ist Ihnen sehr wichtig, und natürlich haben Sie hier viele Fans. 2008 haben Sie ja bereits einmal gewonnen.

Kaymer: Es ist das einzige Turnier, das wir in Deutschland noch haben, es hat mit BMW einen der wichtigsten Sponsoren überhaupt auf der Tour. Hier noch einmal gewinnen zu können, wäre ein Traum. Ich möchte den Zuschauer etwas bieten, hoffentlich im letzten Flight wie 2008.

Frage: Mit Christian Donald haben Sie einen neuen Caddie. Kurioserweise ist er der Bruder des Weltranglistenersten Luke Donald. Eine dauerhafte Zusammenarbeit?

Kaymer: Er ist sehr gut in allem, was er macht. Beim Lesen der Puttlinie ist er ein Genie. Wir stehen unserer Zusammenarbeit sehr positiv gegenüber. Mal schauen, wie es weiter geht – wir haben uns drei Wochen Probezeit gegeben bis zur British Open. Aber es sieht sehr gut aus, wir kommen gut zurecht.

Frage: Noch einmal zurück zu Ihrem Schwung. Arbeiten Sie da an Veränderungen?

Kaymer: Vor dem Masters haben wir schon den Rückschwung geändert. Wir haben ihn etwas flacher gemacht, um auch mit den Hölzern den Draw spielen zu können. Wenn wir das hinkriegen, sind der Rest nur Einzelheiten.

Frage: Gibt es noch weitere Probleme, an denen Sie arbeiten?

Kaymer: Das sind keine Probleme, das sind nur Sachen, die ich verbessern möchte. Klar, ich war mit meinem Spiel Nummer eins der Weltrangliste. Aber ich weiß, dass es noch besser geht. Ich bin nicht zufrieden, solange ich weiß, dass ich noch besser Golf spielen kann. Solange ich das weiß, kann ich abends nicht ruhig schlafen.

Frage: Auf den ersten vier Plätzen der Weltrangliste stehen Europäer und plötzlich gewinnen Europäer auch ein Major nach dem anderen.

Kaymer: Alles hat angefangen mit Padraig Harrington und seinen Majorsiegen 2007 und 2008. Das hat uns anderen die Augen geöffnet, dass nicht nur Tiger Woods und Phil Mickelson die Majors gewinnen können, sondern auch wir

Frage: Gibt es weitere Erklärungen?

Kaymer: Vielleicht trainieren wir mehr als die Amerikaner? Keine Ahnung. Viele sagen, es hat mit Tiger Woods zu tun, er ist eben das große Zugpferd der Amerikaner. Aber ich denke lieber über uns nach. Luke Donald, Lee Westwood – sensationell, was die spielen. Und letzte Woche Rory McIlroy… Ich war ja auch da. 16 unter Par auf dem Golfplatz – also ich sehe das nicht.

Frage: Der Hype um Sie ist hier in Deutschland logischerweise so groß wie bei keinem anderen Turnier. Jeder will etwas von Ihnen. Stört das?

Kaymer: Nein. Ich mache so viel, wie ich kann. Es ist das einzige deutsche Turnier. Es wäre schön, wenn wir so etwas wie einen Golfboom in Deutschland auslösen könnten. Und ich denke, wir haben mit mir eine ganz gute Chance dazu.

Frage: Letzte Saison waren Sie Jäger. Jetzt waren Sie ganz oben, als Erster der Weltrangliste, und sind ein Gejagter. Was sind die Unterschiede?

Kaymer: Meine Einstellung hat sich klar geändert. Seit dem Sieg bei der US PGA Championship weiß ich, dass ich jedes Turnier gewinnen kann. Der Glauben an sich und das Selbstvertrauen wachsen. Das ist der größte Unterschied.

Frage: Noch einmal zu Ihrem Caddie-Wechsel. Aus Ihren Äußerungen war heraus zu lesen, dass Sie unzufrieden mit der Arbeitseinstellung Ihres alten Caddies waren.

Kaymer: Nein, das war es nicht. Nach einer Zeit kommt eine Art… wie soll ich sagen, es ging nicht mehr wirklich nach vorn. Ich brauche jemanden an der Tasche, der mich motiviert, der mich pusht. Es war irgendwie jede Woche dasselbe. Ich brauchte einfach eine neue Motivation. Aber er hat keinen schlechten Job gemacht, um Gottes willen. Wir haben viele Turniere zusammen gewonnen, die US PGA und danach ja auch noch ein paar.

Frage: Könnte auch Ihr Bruder den Job dauerhaft machen, der Ihre Tasche ja schon ein paar Mal getragen hat?

Kaymer: Mein Bruder bräuchte ein paar Monate, um die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Ich denke, dass er das hinbekommen würde. Aber das war bisher nie eine Option. Er macht sein Studium zu Ende, wir werden sehen, was er danach vorhat. Allgemein gesprochen ist es wichtig, dass die Persönlichkeiten zusammen passen.
 

Frage: Wie war Ihre Anreise von den US Open?

Kaymer: Sehr angenehm. Wir – sieben Spieler – hatten das Glück, einen BMW Firmenjet zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die ersten zwei Stunden, da wird Wein getrunken, sehr viel gelacht - gerade mit Miguel Ángel Jiménez. Wir haben auch über die US Open gesprochen und uns für Rory McIlroy gefreut. Dann kehrte langsam Ruhe ein. Ich habe drei, vier Stunden geschlafen. Wie gesagt, es war sehr angenehm.

Frage: Wie beurteilen Sie das Startfeld der BMW International Open dieses Jahr?

Kaymer: Dustin Johnson zum Beispiel ist extra aus den USA herüber gekommen. Er hat mich vorher gefragt, was ich von dem Turnier halte. Was soll ich davon halten? Das ist natürlich ein Topevent für mich. Es hat wie immer ein sehr gutes Starterfeld. Mein Ziel ist es hier zu gewinnen, um wieder die Nummer eins der Weltrangliste zu werden.

Frage: Bedeutet das Turnier für Sie noch mehr, weil Sie inzwischen auch Botschafter der Marke BMW sind?

Kaymer: Das ist ein Privileg für mich, denn BMW ist eine Weltmarke. Das Engagement von BMW für den Sport allgemein und für unseren Sport ganz besonders ist enorm. Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen BMW und mir. Wir beide streben nach Perfektion und arbeiten täglich daran ihr näher zu kommen. Wie gesagt, es ist ein Privileg mit dieser Marke assoziiert zu werden.

Frage: Ab kommendem Jahr findet das Turnier im Wechsel zwischen Eichenried und Köln-Pulheim statt. Was halten Sie von dieser Entscheidung?

Kaymer: Auf der einen Seite ist es sehr gut, ich kann dann künftig in meinem Bett schlafen und meine Familie und Freunde sind dabei. Andererseits würde ich die Menschen hier vermissen, wenn das Turnier nur noch in Köln stattfinden würde. Für mich ist die Kombination aus beidem also perfekt.

quelle und fotos: bmw sport

 
 
< zurück   weiter >



 

 

 

 


tim4golf

 www.time4golf.de

 

 











 
 
Impressum | Datenschutz | AGB

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24